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Wie ich zum HIFI Liebenden wurde. ( Und was mich noch heute begeistert )

Wenn ich mir die letzten Jahre so anschaue, scheint Musik zum plärrenden Begleitgesurre hektischer Bilderwelten zu mutieren.

Der Arsch von  XYZ, das Totoo von Bla Bla, das Come-Back alternder, geldgeiler Millionäre, unendlich viele mäßige und obergflächliche Reportagen über Sterne und Sternchen, oft längst erloschen, ewig plärrende Handys und Ohrstecker….

Nee, so was verbinde ich mit Musik nicht.

Ich hatte das Glück, als 15 Jähriger eine Cassettenaufnahme von The Lamb lies down on Broadway zu haben, die mir die nächsten Jahre meinen Seelenfrieden und meine Musikliebe rettete.

Weiter war damals die Börse in Wuppertal ein richtig gutes Kommunikationszentrum nah an der Scene, politisch und kulturell.

Live Musik, Jazz, Folk, Rock, experimentelle Geschichten, alles dabei. Ich mittendrin, da ehrenamtlich dabei und beim Auf und Abbau der Konzerte und an der Kasse tätig.

Da gab es was auf die Ohren! Doldinger, Kraan,Terye Rypdal, Grobschnitt, Brötzman und und und.

Proberäume mit Live-Sessions  quer durch alle Richtungen nach dem Börsen-Frühstück am Sonntag.

Es geht mir nicht um eine Idealisierung der Zeit, sondern um den Reichtum an live gespielter Musik. Das prägte meine jungen Ohren und mein schwammgleiches Hirn ungemein.

Als zweites   Glück  erwies sich die Klassik-Leidenschaft meines Bruders, der mich schnell und ohne ideologische Scheuklappen diese Musikwelt nahebrachte, Maria Callas, Furtwängler, Toscanini, Carlos Kleiber, Beethoven, Bach, Händel,  Glen Gould  und viele andere öffneten meine Sinne weiter.

Im Bereich der HIFI Welt zuhause lauerte die Umstellung zum Digitalen hin noch in weiter Ferne. ( Ja 4-6 Jahre waren damals noch weit inder Zukunft… )

Die Hochzeit der qualitativ guten Produktion war erreicht. Wer was auf sich hielt, hatte etwas feines zuhause stehen, Nakamichi, Thorens, Marantz, Luxman, Revox leuchtete unbezahlbar an den Tempeln der HIFI-Kultur.

Ich guckte mir die Nase platt und kaufte, was bezahlbar war. Dual, Teac, Sonyund Bose….

Aber, der Virus des- auch daheim toll Musik hören wollens- war eingepflanzt.

 Schnell merkte ich, das mit Accuphase das protzen auch im HIFI Bereich wichtiger wurde als das hören, und der strenge, supersaubere, wenig natürliche Klang begann, die Scene zu dominieren..

Meine Ohren leisteten Widerstand, hatte ich doch jahrelang Musik direkter und natürlicher erlebt…

Die Selbstbauwelt versprach anfangs Besserung, driftete aber auch in die perfekte Langeweile ab.

 Die aufkommende Digitalisierung der Musik machte Quantität attraktiver als Qualität, und ich lernte, das ein neuer Gaul immer besser sein soll als ein alter, und wer dem folgt, nicht nur viel Geld, sondern auch seine Orientierung verliert.

Ich sage damit:  Alles nach 1990 produzierte im HIFI Sektor sehe ich skeptisch, nach 2000 mit großer Langeweile, Ausnahmen bestätigen die Regel!!!

Und bitte, das am PC zusammengestückelte Liedgut nach dem Motto: Alles ist möglich, also verdienen wir mehr und machen es schlecht, muß ich nicht schönreden. Desgleichen der Messtechnik Fetischismus gegen das Gehör und die Vernunft.

Warum spielen Musiker oft auf alten Instrumenten, die einen deutlichen Oberton und Eigenklang haben?? Und nicht auf perfekt gefertigten, modernen  Teilen.

Weil sie wissen, was Musik ausmacht und was nicht. Die digital ausgeleierte Musikscene und die vom Konsumterror und schlechter Fertigung geprägte HIFI Branche kann mir im großen und ganzen gestohlen bleiben.

Wer kennt nicht die anfangliche Begeisterung für die CD und das zurückwechseln auf die LP, weil es anfangs nicht passte mit der natürlichen Musikwiedergabe auf CD??

Schade finde ich, das durch die Hintertür, mit dem Siegeszug des PCs auf allen Ebenen, das Musikhören zuhause als Hobby aufgehört hat einen Wert darzustellen. Die kleine Gruppe, die es anders handhabt teilt meine Leidenschaft.

Da alle meine Freunde und Bekannte schon von mir ausgesuchte Musikanlagen besaßen, ich eigentlich mit meinem Kram recht zufrieden war, und ich zeitgleich in meinem Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten konnte, machte ich mein Hobby zum Broterwerb.

So komme ich, fröhlich gegen jeden Zeitgeist agierend, zu meinem HIFI Laden.

Ich verkaufe was mir gefällt, habe keine Firma die mir aufdiktieren kann, was ich verkaufen soll und bin somit unabhängig soweit es geht.

 

 

audio research SP-6

audio research SP-6

Eine prächtige Vorstufe, die wir erstanden haben!

Nur: Beim öffnen, das Teil wurde für teures Geld vom größten deutschen und weltweiten Versender gebrauchter HIFI Komponenten, Bescheidenheit ist eine Zier, doch besser lebt sich ohe ihr!, verkloppt, äh, verkauft, oder dargeboten, ergaben sich wildeste Umbauten und Veränderungen der eigenwilligen Art und Weise….

Wonder-Caps sind eine feine Sache, doch nicht zwangsläufig überall sinnvoll. Eine Phonostufe ist ganz praktisch, wenn sie funkuioniert.

Wo die vielen Caps im Signalweg sinnvoll sind, und wie die Phonostufe, eines der Sahnehäubchen dieser Baureihe, wieder zum klingen gebracht werden kann, wird ein spannendes Abenteuer.

 

Sobald die Stufe fertig ist, freuen wir uns und garantieren eine praxis und originalnahe, feine Lösung!

 

Zustand vorher:

Ich kann nicht verstehen warum man seine Lagerbestände ohne Sinn und Verstand ………

 

 

Zustand nach den Rückbau:

Es hat schon einige Mühe gekostet dieses wirre Gestrüb von Verdrahtungen zu lösen.
Jetzt klingt sie wie die Legende es besagt, natürlich und warm.

Alle Bauteile sind passgenau auf der Oberseite der Platine und mit den richtigen Werten.
Die Platine ist von oben und unten versiegelt für die nächsten 30 Jahre Spielfreude.
Da ich nicht genau ersehen konnte ob die Röhrenbestückung eine selektierte Auswahl ist, und es so viele Diskussionen über die Klangeigenschaften dieser ECC83  von verschiedenen Herstellern gibt ,besteht bestimmt noch das eine oder andere Quantum an Plus im Raum.