OHM G 2

Ich habe in den letzten Jahren viel Freude an rundherumabstrahlenden Wandlern gewonnen.
Siehe Texte zur OHM F, Infinity Column mit Walsh Hochtöner.
Die Hütchen , als erstes  die Ohm F zu nennen, ist mit ihrer großen, schweren Membran und dem gewaltigen Bassfundament ein wohnraumkritischstes Teil. Der untere Teil des Hutes, die Pappmembran, entspricht von der Fläche her einem 38er, strahlt im 45-60 Herz Bereich ungefiltert rundherum in den Raum hinein. bei eckiger und zu wandnaher Aufstellung entsteht schon mal ein Bass, der zu laut wird. Das liegt an den Aufnahmen, mit anderen LS und zu bassig, aufgenommen, und am brachialen Vermögen des der OHM.
Dazu kommt eine leichte Bündlung der Höhen, was die Bühne etwas schlanker gestaltet. Dies scheint konstruktionsbedingt zu sein! Bei wandnaher und eckiger Austellung löschen sich manchmal Frequenzen durch die Reflektionen der Wände aus.
Der enorme Strombedarf ist auch ein Kriterium. Viele schöne Verstärker und Endstufen kommen nicht in Frage!
Die Glücklichen, die einen Hörraum haben, wo sie frei stehen und entsprechende Elektronik sie versorgt, sind sehr zufrieden mit den Teilen!  
Soweit kann man im Netz auch anderswo ähnliches nachlesen.
Die Mähr von der immer nachlassenden Qualität, und dem schlechten Klang der kleineren Ohms, kann ich nicht nachvollziehen!
Die frühen 80er waren von der Digitaltechnik und der Willkürherrschaft blödlabernder HIFI Magazine und Test- Quatschern geprägt. Gefüttert von einer immer globaler agierenden, geldgeilen Konzernen.
In diesem Klima hatten es Firmen mit eigenständigem Profil schwer.
Die Ohm Entwickler versuchten also, den  Nachteilen der OHM F  etwas neueres entgegenzusetzen.( Grade die Bassattaken der CDs waren über die F oft nicht schön zu hören )
Kleiner, weniger stellkritisch und weniger basskritisch. Dabei fürs gediegene Hören in angemessener Lautstärke in normalen Hörräumen gut geeignet!
Gegen die Riesenboxen und Brüllteile  der HIGH-END Magazine, und den messtechnisch toten Perfektionswahn der Entwickler anzutreten, war mutig, und letztendlich das Aus der Produkte.. und der Firma.
Die Ohm G oder besser gesagt, die Version mit Bassreflex, hornartiger Bassabstimmung ohne zusätzliche  Subwoofer und  Superhochtöner ist ein musikalisches Wunderwerk.
Das Hütchen kann leichter, oben mit etwas größerem Durchmesser, und somit optimal in seinen Stärken, angetrieben werden. Der Pappbereich konnte komplett wegfallen. Mit stabilen, aber nicht überdimensieonierten Verstärkern klingt es nun richtig gut.! Wie ein guter alter Breitbänder, nur noch schöner und räumlicher in der Abbildung.
Der Hochtöner strahlt nicht rundherum ab, bleibt aber im moderaten Stereodreieck gutmütig.( Ist schon giftig und sauber, aber gut. ) Das Hütchen produziert soviel Hochton, das die positionsunabhängige Rämlichkeit erhalten bleibt.
Das Gehäuse mit mittlerem Volumen, kombiniert mit einem Bassrohr gebogener Art, was bis zum Hutabschluss ins Gehäuse hineinreicht, setzt sofort den Hub in Schall nach draussen, und durch die Gehäusegröße und die Rohrgröße bestimmt, tiefen Bass in den Raum. Kein zusätzlicher, nachlaufender oder aufdringlicher Basstreiber! Das ohne zusätzlichen Basstreiber hizukriegen.  Hut ab!
Diese Abstimmung ist messtechnisch garantiert nicht berauschend, macht aber ein stimmiges schwarzes und akzentuiertes Fundament mit ausreichendem Volumen, dass gänsehautartige Hörerlebnisse garantiert sind!
Es ist ein Lautsprecher herausgekommen, der Musik unmittelbar erlebbar macht und den müden HIFI Freak wieder ans staunen bringt.  Wunderbar!
Da ich viele hochauflösende LS kenne, und schätze, ist dies kein gerede eines Exoten, sondern ein ernstzunehmnendes Statement eines Kenners!
Es bleibt so: Warum machen die Entwickler zu wenig aus ihren heutigen, fantastischen Möglichkeiten?

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